Rezension von Grit Strietzel / FREIE PRESSE
Opernführer gibt es viele. Ausführlich wird erklärt, worum es in dem jeweiligen Werk geht.
Nichts auf die Schnelle! Doch nun gibt es ein kleines Büchlein, das die schwere Kost leicht macht und das gefällt nicht nur Kindern.
Manchmal werden Entschlüsse an ungewöhnlichen Orten gefasst – zum Beispiel in der Dresdner Semperoper während einer Aufführung. Dort saß Petra Sprenger in „Turandot“ und konnte die Handlung nicht verstehen. „Die Musik war wunderschön, aber wenn man nicht wusste, wovon die Oper handelte, war es nahezu unmöglich, den Geschehnissen zu folgen“, erinnert sich die heute 53-Jährige…
Bei dieser Aufführung im Wahrzeichen von Dresden fasste Petra Sprenger einen Entschluss: Die schon länger in ihrem Kopf herumschwirrende Idee von einem Buch, das Opern einfach erklärt, nun endlich in die Tat umzusetzen. Das ist zwei Jahre her. Mittlerweile gibt es „Turandot“, „Der Freischütz“, „Carmen“, „Die Zauberflöte“, „Der Barbier von Sevilla“ und „Die Hochzeit des Figaro“…
Petra Sprenger wohnt in Dresden und ist gelernte Grafik-Designerin. „Das Aussehen der Bücher war mir von Anfang an sehr wichtig“, blickt sie zurück, als sie mit den ersten Entwürfen begann. Eine Serie zu verschiedenen Opern sollte es werden, Pastellfarben mussten das Cover zieren. Auch einen schwarzen, niedlichen Hingucker für den Buchtitel wollte Petra Sprenger unbedingt.
Ihren Verlag nannte sie „Opernmouth“ – genau wie die Internetadresse. Ein Kunstgriff – denn das englische Wort für „Mund“ wird ausgesprochen wie „Maus“. So lag es für sie nah, eine Maus durch die je- weilige Oper führen zu lassen. Eine Figur, die alles einfach erklärt, die sich auskennt und die auch mal den Blick hinter die Kulissen wagt. Die Opernmaus war geboren – ein Mäuschen mit großen Kulleraugen…(Auszug)
FREIE PRESSE, 10.12.2016

